„Der Kummer, der nicht spricht…

Anzeigedatum: 
4 September, 2018 - 10:01

…nagt am Herzen bis es bricht.“ Schon William Shakespeare legte nahe, dass Sorge und Unwohlsein geteilt werden müssen.  Auch in Verdachts- oder Vorfällen von (sexualisierter) Gewalt nutzt Stillschweigen lediglich der übergriffigen Person. Um Beschwerden zu teilen benötigen Menschen eine Ansprech- oder Vertrauensperson, die ihnen Mut macht ihr Leid anzuvertrauen. Schweigen schützt die Falschen! Getreu diesem Motto ist es notwendig, im Verein oder Verband Kommunikationswege zu etablieren, die es möglich machen, sich in geschütztem Rahmen zu beschweren. Für ein gut funktionierendes Beschwerdemanagement sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:Ach wie gut, dass jemand weiß… Es ist wichtig, dass man seine Sorgen jemandem mitteilen kann, dem man vertraut! Nicht jedes Kind und jeder Jugendliche hat von Haus aus ein vertrauensvolles Umfeld.  Da der sensible Umgang, gerade bei Vor- oder Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt im Sport, Fingerspitzengefühl erfordert, ist es ratsam Ansprechpersonen im Verein zu etablieren. Diese können im Bedarfsfall als eine Art Ersthelfer fungieren und im Anliegen nicht nur einmalig ein offenes Ohr haben, sondern dem Betroffenen als Begleiter während des ganzen Prozesses zur Seite stehen. Im Verein sollte außerdem jedem bekannt sein, welche Möglichkeiten der Rückmeldung es gibt. Wichtig ist dabei zu wissen, an wen man sich in welchem Fall ganz konkret wenden kann. Ob Flyer, Homepage, Vereinszeitschrift, Mitgliederversammlung etc., die Kommunikationskanäle müssen auf die Vereinsstruktur und Gegebenheiten vor Ort angepasst werden.Um die Hürde sich anzuvertrauen, so niedrig wie möglich zu halten, sollten die Kriterien, eine Beschwerde vorzubringen, möglichst offen sein. So müssen besonders Kinder sich nicht fragen, ob ihr Anliegen tatsächlich richtig platziert ist, sondern sie haben eine Anlaufstelle, wo sie ihre Sorgen loswerden können. Kinder brauchen Mut um sich anzuvertrauen, also schenkt ihnen das Verständnis, die Aufmerksamkeit und die Plattform, die es dazu braucht! Was der Bauer nicht kennt… Sensible Themen anzusprechen ist eher unangenehm und man muss sich dazu aus der eigenen Komfortzone quälen. Wenn man das dann noch auf eine Art und Weise tun soll, die einem nicht liegt oder mit der man nicht vertraut ist, dann lässt man es am Ende oft lieber doch einfach bleiben. Daher sollten verschiedene Beschwerdewege zugänglich sein. Wichtig ist, dass die Unterstützung direkt und ohne den Umweg über Dritte möglich ist. Es wird versichert, dass der Umgang mit Beschwerden vertraulich ist und es unterschiedliche Wege gibt, Unmut kund zu tun. Ob Kummerkasten, Stimmungsbarometer, eine Kummernummer, anonyme Chatfunktionen oder die direkte persönliche Ansprache: je vielfältiger die Wege sind, die zur Verfügung stehen, desto größer ist die Chance, dass die Möglichkeit auch genutzt wird. Mutig, mutig! Trainer und Betreuer genießen oft ein großes Vertrauen bei Kindern und Jugendlichen. Daher sollten sie in ihren Gruppen Offenheit für Anregungen der Teilnehmenden signalisieren und umsetzen. Kinder sollen sich trauen dürfen die Übungsleiter und Betreuer anzusprechen, wenn ihnen etwas gegen den Strich geht, sie Kummer haben oder sich vielleicht sogar in der Gruppe unwohl fühlen. Ein Beispiel von vielen für die Umsetzung, ist das Ampelplakat: In den Kategorien rot, gelb und grün wird mit den Kindern erarbeitet, welche Verhaltensweisen von Trainern oder auch Kindern untereinander voll ok, welche grenzwertig sind und was absolut gar nicht geht. Das schafft ein Bewusstsein für die eigenen Rechte und zeigt ganz deutlich, wann Beschwerden vollkommen in Ordnung sind. Gegenseitiger Respekt und transparente Umgangsformen führen zu mehr Vertrauen und mehr Mut bei Kindern und Jugendlichen. Das hilft dabei, Verhalten anzusprechen, das Regeln bricht und Grenzen verletzt. Es gibt vielfältige Umsetzungsmöglichkeiten für ein funktionierendes Beschwerdemanagement. Jeder Verein oder Verband kann nur selbst entscheiden, welches Vorgehen für ihn und seine Mitglieder die adäquate Lösung ist.

Ausblick: In der Oktoberausgabe von Sport in BW gibt es nähere Informationen zum Tätigkeitsfeld der Ansprechpersonen. Unter anderem werden Aufgaben und Grenzen dieser Funktion erläutert und Unterstützungsleistungen für Ansprechpersonen aufgezeigt.

Kontakt: Lisa Hettmanczyk; E-Mail: l.hettmanczyk@badische-sportjugend.de; Tel.: 0721/180842; Thorsten Väth, E-Mail: t.vaeth@badische-sportjugend.de, Tel.: 0721/180819; Luisa Hafner, E-Mail: l.hafner@stja.de, Tel.: 0721/91582073. Wir stehen jederzeit für Fragen rund um das Thema zur Verfügung und freuen uns außerdem über Anregungen.

 

Deine Stimme im Verein

Wünsche und Ideen

Hintergrundbild: Box: 
Boxinformationstext: 

Sendet uns Eure Wünsche, Fragen und Ideen über unser Formular.

Bild: Button: 

Neu im Depot

Depot - Mini-Information

Achtung: Unsere Geschäftsstelle ist ab sofort unter der neuen Telefonnummer zu erreichen: 0721/91568014. Unser Depot in Eggenstein erreichen Sie unter der Telefonnummer 0176/22844851.